Sammlung
Abmessungen
Bild H: 215 cm B: 100 cm
Datierung
Inventarnummer
H 570 - 91
Schlagworte
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Beschreibung
Mit seinen frühen Arbeiten auf dem Faltrollo, die bis zur Wende auf einen Bestand von etwa 50 Exemplaren unterschiedlichen Formats anwuchsen, gilt Dieter Ladewig als der Hauptprotagonist der Rollo-Malerei in der DDR. Erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert wurden seine Objekte 1984 in der Installation „Desastres de la Guerra“ im Rahmen der Magdeburger Ausstellung „Vorgänge“. Der studierte Theatermaler hatte sich seinerzeit längst ein Künstlernetzwerk in Dresden und in der Lausitz aufgebaut (Tannert, 2014) und so ist es nur konsequent, dass auch er an dem Medienspektakel „Intermedia I“ in Coswig und an allen Cottbuser Folgeausstellungen teilnahm.
Seine mit Latexfarbe und Gouache gemalte „Maskierte“ gehört bildthematisch wohl zu den bedrohlichsten Rollos aus der Sammlung des BLMK. Grobe, schwarze Kreuze auf Gesicht und Oberkörper sind Teil einer körperlichen und geistigen Zwangsjacke und erschweren jegliche Form der Kommunikation. Gleichzeitig wird die Gefangene zur regelrechten Zielscheibe degradiert. Durch die Maske kann sie weder „Gesicht zeigen“ noch sich selbst ein „Gesicht geben“.

Caroline Kühne, 2021

Literatur und Korrespondenz:

Christoph Tannert, Vehemente Bewegungen der Hand und Flächenberuhigungen. In: Kat. Ausst.: Dieter Ladewig. Befinden. 36. Kunstausstellung der Vattenfall Europe Mining AG und der Vattenfall Europe Generation AG 2014, Cottbus 2014, S. 2.
Beschriftung
sign. u. dat. r. u.: D. Ladewig 85; bez., sign. u. dat. verso (in geschlossenem Zustand): "MASKIERTE" D. Ladewig 85
Bildrechte
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022