Und Morgen kommt Hanns Isegrimm da wirds schlimm.

Material und Technik
Sammlung
Abmessungen
Bild H: 200 cm B: 141 cm
Datierung
Inventarnummer
H 563 - 92
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Beschreibung
Die Werke des früh verstorbenen Andreas Küchler wecken auf und wirken nach. Mit schwermütigem Blick und bissig-ironischem Unterton sagt uns der Künstler in seinem Rollo eine düstere Zukunft voraus. Mehrere Kampfflugzeuge überfliegen die Stadt, der Mond steht in Flammen und das schützende Haus verliert mehr und mehr an Substanz. Unterdessen löst sich der Mensch immer weiter auf; auch er verliert seine schützende Hülle. Mit seinem weißen Hut und den schwarz geschminkten Augen erinnert er an die Bühnenfigur des Pierrots, der zuweilen als naiver und bemitleidenswerter Charakter inszeniert wurde. Begleitet und beäugt wird er von einem doppelgesichtigen Harlekin, der auf die vom Menschen gemachten Krisen frech hinzuweisen scheint. Isegrimm, der im Rollo handschriftlich angekündigt wird und das personifizierte Unheil darstellt, ist bereits auf dem Weg.
Was bietet noch Schutz in einer immer zerbrechlicher werdenden Welt? Andreas Küchler studierte Malerei an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste bei Günter Horlbeck und war Gründungsmitglied der Gruppe B53, die sich in einem Dresdner Atelierhaus der Produktion von Künstlerbüchern, grafischen Blättern und Leporellos widmete. Sein imposantes Faltrollo - Jörg Sperling zufolge ein Hauptwerk dieser Zeit (Sperling/Roolf, 2019) - wurde sowohl in Coswig als auch mehrfach in Cottbus ausgestellt und ist eine wichtige Arbeit Küchlers in der Sammlung des BLMK.

Caroline Kühne, 2021

Literatur und Korrespondenz:
Ausst. Kat. Papier ist (un)geduldig. Rollomalerei, Künstlerbücher und Künstlerplakate aus der Sammlung des BLMK, Cottbus 2019, Cottbus 2019, S. 35.
Beschriftung
monogrammiert, dat. und bez. u.: AK 1985 / Für Micha von mir; bez. u. im Motiv: Und Morgen kommt Hanns Isegrimm da wirds schlimm.
Bildrechte
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022