Material und Technik
Sammlung
Abmessungen
Bild H: 210 cm B: 193,2 cm
Datierung
Inventarnummer
HF 5 - 2017
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Beschreibung
Die Malerin und Grafikerin Sabine Herrmann ist eine der wenigen DDR-Künstler*innen, die das Faltrollo nicht als einmaliges Experiment sondern als geeigneten Bildträger für ihre Kunst empfanden. Zwischen 1988 und 1991 entstanden insgesamt zwölf Rollos, die ihrem wachsenden Bedürfnis nach leichten, fließenden Farben gerecht wurden (Herrmann, 2021). Da großformatige Papiere zu DDR-Zeiten schwer zu bekommen waren, griff Sabine Hermann bevorzugt auf Pergamentpapier, Jute und eben jene Faltrollos zurück. Eine ihrer frühen Rollo-Arbeiten, die „Kniende“ von 1989, zeigt exemplarisch auf, worum es der Künstlerin in der männerdominierten Underground-Szene ging: Weibliche Perspektiven und Lebenswelten nach außen hin sichtbar zu machen (Herrmann, 2021). Die Dargestellte wird unter der Last ihrer Sorgen regelrecht auf die Knie gezwungen. Ihr Kopf ist nach vorn gebeugt, die langen Haare hängen wie ein Schutzschild vor ihrem Leib. Ähnlich wie auf Sabine Herrmanns Faltrollo mit Hirsch wird auch hier der innere Schmerz durch den nackten, zusammengekauerten Körper und dessen Erdung veranschaulicht.

Caroline Kühne, 2021

Literatur und Korrespondenz:
Telefonat mit Sabine Herrmann am 1. Juni 2021.
Beschriftung
sign. u. dat. auf unterer Leiste r.: Sabine Herrmann 1989
Bildrechte
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022