Sammlung
Abmessungen
Bild H: 180 cm B: 150 cm
Datierung
Inventarnummer
GH 87 - 2020
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Beschreibung
Auf den ersten Blick wirkt die „Maschine“ des Malers und Bildhauers Dieter Ladewig wie ein frühneuzeitlicher Entwurf eines optischen Teleskops, das die Sicht auf ferne Räume und Objekte erlaubt. Schnell werden jedoch die mit Sprühfarbe gesetzten „0815“-Schriftzüge erkennbar, die in Verbindung mit dem Rollo-Titel auf das deutsche Maschinengewehr des Ersten Weltkriegs hinweisen. Die MG 08/15 war bekannt für ihre minderwertige Materialqualität und prägte in dieser Form den heutigen Sprachgebrauch. Ähnlich wie Dieter Ladewigs „Wagen“ bewegt sich auch seine „Maschine“ auf zwei winzigen Rädern fort, die sowohl den langen Lauf als auch die etlichen Zahnräder stemmen müssen. Die fragil anmutende Konstruktion des Maschinengewehres mag als Sinnbild für das zusammenbrechende System der DDR der 1980er Jahre stehen. Doch mehr noch als die Wahl des Motivs oder Bildträgers war für Dieter Ladewig das zweckmäßige Malen ausschlaggebend, wie er im Rahmen der Cottbuser Rollo-Ausstellung 1991 erklärte:

„Hunderte haben diesen Malgrund kreiert und wissen doch zu gut, daß es nicht auf den Bildträger, sondern auf den Anlass ankommt, etwas sichtbar zu machen. Man könnte auch auf Toilettenpapier gute und wichtige Kunst machen […].“ (Ladewig, 1991)

Caroline Kühne, 2021

Literatur und Korrespondenz:
Kat. Ausst.: Rollo. Kunst als Dekoration? Ausstellung der Brandenburgischen Kunstsammlungen Cottbus 1991, Cottbus 1991, S. 88.
Beschriftung
sign. u. dat. u. r.: D. Ladewig 85
Bildrechte
© VG Bild-Kunst, Bonn 2022